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Ausstellung
November 2009 - Jänner 2010
Marco P. Schäfer
Interview von Marco P. Schaefer/Marcus Hurttig am 05.03.2008
F.: Kann ich deine Kompositionen von links nach rechts lesen ?
MPS: Von rechts nach links, von oben nach unten, umgekehrt oder gespiegelt, auch negativ, als
Buchstaben, Runen, Noten, Ornamente, Codes, Ziffern, Schablonen, Schattentheater oder
spekulative Abstraktion, Einfühlung (Grominger), magische Botschaft (McLuhan), Partisanen
(Mao) oder Piraten (Conrad). Die Kompositionen sind sehr spontan und enthalten die
Komplexität meines Wesens. Mich hat immer das Ergebnis des Bildes interessiert.
F.: Ich werde von deiner Kunst des Messerschnittes förmlich in ein Labyrinth geschwungener
Linien entführt, die mich nicht mehr loslassen. Wo ist der Ausgang? Oder gibt es da einen
Text ?
MPS: Ich lege nicht viel Wert auf Eindeutigkeit. Mehrdeutigkeiten haben kein Ende und keinen
Anfang. Orientierungslos kann es nicht sein, sonst hätte ich das Bild nicht gemacht. Das
Auge springt durch das Feld wie ein Karnickel, das seine Karotten findet und ist gleichzeitig
eine Zielscheibe, die ständig hin und her huscht, wie die Neugier und Unersättlichkeit des
Sehens.
F.: Woraus leitest du die Form des Ornaments ab? Aus den Gesamtbild des Comics? Aus den
Umrisslinien der Bildfenster und der Figuren, die ihr Messer zückt?
MPS.: Die Wortfetzen, und Comicreste oder figürlichen Schatten sind ein Produkt meiner inneren
Bild/Musik, die sehr spontan und mitteilsam ist, auch wenn sie keine Bedeutung oder keine
festlegbare Botschaft hat. Das hat viel mit Rhythmus zu tun. Meine Messerschnitte sind eine
erweiterte Form von Schreiben und Zeichnen. Sie leiten nicht ab, sondern ist eine „Konsequenz
in Form“, da free und easy, doch roh und direkt, eben wie verbales, doch schnittig langsamer.
F.: Führst du das Messer eines Chirurgen?
MPS: Bestenfalls, wenn man daran denkt, dass ein Chirurg zur Verschönerung, Reparatur und
Veränderung des Körpers beiträgt. Das gab es ja schon immer: mit Schnitten und Stichen in
der Haut zeichnen, Ornamente oder Figuren.
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